Angeregt von zwei Charts in zwei der letzten Blogs nehme ich im Folgenden die Beschäftigungslage in den USA mal sehr eingehend unter die Lupe. Diese beiden Charts sind:
a) Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe (Blog "US-Industrieproduktion weiter schwach").
> Mit der Anzahl der Industriejobs geht es seit dem Jahr 2000 stetig bergab! Im Oktober 2009 waren nur noch saisonbereinigte 11,675 Millionen Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe (Manufacturing) beschäftigt. Die Anzahl der Industriejobs ist auf dem tiefsten Stand seit April 1941! <
b) Beschäftigte in der Bauwirtschaft (Blog "Absturz bei den US-Baubeginnen").
> Im Oktober 2009 gingen weitere -62'000 Stellen in der Bauwirtschaft verloren. 5,966 Millionen Beschäftige sind noch am Bau. Seit dem Beschäftigungshoch im Januar 2007 mit 7,737 Mio. Jobs sind -1,771 Mio. Stellen verloren gegangen! <In diesen beiden Sektoren wurde einmal - nach dem Finanzsektor - relativ am meisten verdient, deutlich besser als im Einzelhandel, im Transportsektor, im Freizeit-, Hotel- und Gaststättengewerbe, im Gesundheits- und Bildungswesen oder im Staatsdienst. Die gut bezahlten Jobs in der Industrie (incl. Bauwirtschaft) - und seit 2007 auch im Finanzsektor - schrumpfen jedoch in erschreckendem Maße, während die schlechter bezahlten im Gesundheits- und Bildungswesen noch ansteigen und die im Staatsdienst stagnieren.
> Beschäftigte in der Konsumgüterindustrie <
> Beschäftigte in der Gebrauchsgüterindustrie <
> Beschäftigte im Einzelhandel <
> Beschäftigte im Freizeit-, Hotel- und Gaststättengewerbe <
> Beschäftigte im Finanzsektor <
Hier hat die Beschäftigungsentwicklung nach einem stabilen Aufwärtstrend über Jahrzehnte einschneidend gedreht.
> Beschäftigte in allen gewerblichen Sektoren <
> Beschäftigte im Bildungs- und Gesundheitswesen <
> Beschäftigte im Staatsdienst <
> Index aller im gewerblichen Sektor geleisteten Wochenarbeitsstunden <
Die sinkenden Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden auf den einzelnen Beschäftigten runtergebrochen:
> Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Beschäftigten in der privaten Industrie im Chart seit 1964 bis Oktober 2009. Im Oktober wurde das Allzeittief seit 45 Jahren aus dem Vormonat mit einer Wochenarbeitszeit von nur noch 33,0 Stunden noch einmal markiert. <Wie ist die Entwicklung der gesamten Beschäftigtenzahlen, im Blog in den einzelnen Sektoren dargestellt, im Verhältnis zur Bevölkerungsentwicklung einzuordnen:
> Der Chart zeigt das Verhältnis der Beschäftigten zur Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter seit 1948. Im Oktober 2009 sank das Verhältnis auf 58,5%, auf den Stand von Oktober 1983! Der Durchschnitt des Ratio zwischen dem Jahr 2000 bis 2008 lag bei 62,93%! < CHARLES DOW, der Begründer des DOW JONES INDUSTRIAL INDEX, war auch ein gegabter Analyst von Kursentwicklungen. In seiner Theorie der Kursentwicklungen, kurz: DOW-Theorie, hat er u.a. ausgeführt, ein Aufwärtstrend sei solang intakt, wie sich größere Kursschwünge im Rahmen des Musters "higher highs - higher lows" entwickelten. Für Abwärtstrends gelte das Muster "lower highs - lower lows". Eine sehr simple, jedoch unzählige Male bestätigte Theorie, auf die ich meine persönlichen Handelsentscheidungen in starkem Maße stütze!
Betrachtet man einmal die Charts von USTRADE, USFIRE, USPRIV und AWHI unter dem Blickwinkel dieser Theorie, erkennt man, dass seit Beginn der Datenaufzeichnungen das Muster "higher highs - higher lows" permanent intakt war. Aktuell steht dieses Muster jedoch in den Charts von USPRIV und AWHI massiv auf der Kippe und in den Charts von USTRADE und USFIRE ist es schon eindeutig gebrochen.
Nach der Auseinandersetzung mit diesem Material bin ich noch stärker davon überzeugt, dass sich die USA auf einem "Highway To Hell" bewegen.
Mein letzter Chart hat nur mittelbar etwas mit der Beschäftigungsentwicklung zu tun, doch ich halte ihn im Rahmen meiner langfristigen US-Wirtschaftsperspektive für extrem wichtig.
> Dieser Chart reflektiert die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Schulden und Vermögensbeständen aller US-Privathaushalte. <
Ich weise diesbezüglich darauf hin, dass laut Aussage meines sehr geschätzten Gewährsmannes David Rosenberg, der vormals Chef-Analyst für Nordamerika bei Merrill Lynch und der Bank of Amerika war, Ende 2008 etwa 80 % der Vermögenswerte in den Händen von lediglich etwa 15 % der reichsten Haushalte lagen, und dass wohl 100 % der Schulden auf den übrigen Hauhalten liegen dürften. Könnt ihr euch diesen Chart vor dieser Hintergrundinformation
relativiert vielleicht einigermaßen vorstellen?
Hajo
Quelle Charts: Research.Stlouisfed.org
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de
102 Kommentare:
@hajo: Tolle Analyse, mein Kompliment!
Lässt sich aus den Zahlen des verarbeitenden Gewerbes der Rüstungsanteil herausrechnen?
Gruß M
Super! Wieder ein Betrag in bester Querschuss-Tradition: informativ, sachlich, relevant.
Hallo M,
was biebe dann noch übrig?
:-)))
Naja, dass die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe tendenziell sinkt, ist nicht zwangsläufig als ein Zeichen für den Niedergang der USA zu werten. Vielmehr spiegelt sich darin der gestiegene Entwicklungsgrad der US-Wirtschaft und die damit zusammenhängende internationale Arbeitsteilung wieder.
steffen & hajo,
top arbeit!
weiter so
gruss
marcito
Hallo,
Zitat: .."Ende 2008 etwa 80 % der Vermögenswerte in den Händen von lediglich etwa 15 % der reichsten Haushalte lagen, und dass wohl 100 % der Schulden auf den übrigen Hauhalten liegen dürften. Könnt ihr euch diesen Chart vor dieser Hintergrundinformation
relativiert vielleicht einigermaßen vorstellen?"
Was bedeutet, dass sich 85% der Bevölkerung gerademal 20% des Vermögens teilen und dieses auch noch mit 27% der gesamten Haushaltsverschuldung belastet ist! In der Tat, äußerst erschreckend, vorausgesetzt, die Schulden sind gleichmäßig verteilt!
Anders gesagt, die USA können den Karren nicht mehr ausm Dreck ziehen, selbst wenn sie eine nachhaltige Beschäftigung hinbekommen würden, da selbst das bisschen Einkommen zur Tilgung der Schulden draufgehen müsste!
2 Dinge, die mir durch den Kopf gehen dabei!
1. In den USA werden nicht Personen verschuldet, sondern die Sachen, die mit Ihnen gekauft werden! Bspw. Hauskredite. Kann nicht mehr getilgt werden, geht das wertlose Haus in den Besitz der Bank über. Der Schuldner ist frei! Nur ohne Haus und alles was er dort hineingesteckt hat!
2. Vermutung: Die USA werden ein "emerging market". Die Leute sind froh, wenn sie überhaupt Jobs bekommen, egal unter welchem Preis!
3. Mit dieser Schuldzuschreibung entwickelt sich der US-Arbeitsmarkt wie? Ich grübel mal in einer ruhigen Minute..
Gruss Tourist
Hmm ohne rausrechnen der generellen Bevoelkerungszunahme finde ich die Graphen als sinnlos. Sorry.
Wie schon einige Vorredner gesagt haben: Toller Beitrag! Danke!
@lothar,
Du liest doch hier immer mit, in jedem Monatsbericht zum US-Arbeitsmarkt ist in einem Chart die Beschäftigtenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung dargestellt, ist jetzt hier auch noch mal eingefügt. Einzelne Sektoren des Arbeitsmarktes lassen sich schlecht ins Verhältnis setzten.
@Matthias,
ist ebenfalls schon mehrfach ausführlich beleuchtet worden. Kern des Problems, die Einkommen aus den Jobs wurden im großen Stil durch Kredite ersetzt(dies hat den Niedergang eingeleitet). Das Handelsbilanzdefizit, die Ungleichgewichte im Welthandel zeigen auf der anderen Seite diese Fehlentwicklungen (Jobverlagerungen vor allem nach Asien und den Konsum auf Kredit in den USA) auf.
Gruß Steffen
... des Musters "higher highs - higher lows" entwickelten. Für Abwärtstrends gelte das Muster "lower highs - lower lows".
Ich bin kein Analyst und verstehe die Bedeutung dieser Muster nicht so ganz. Könnte mir das bitte jemand kurz erklären (oder vielleicht einen entsprechenden verständlichen Link angeben)?
Bezüglich der Vermögensverteilung sieht es in unseren Breitengraden allerdings auch nicht rasend viel besser aus:
ca 1% besitzt 1/3 des Vermögens
ca 9% besitzen ein weiteres 1/3
die restlichen 90% teilen sich das dritte 1/3
(Wenn man den obersten 10% noch die "reichsten" 5% von den 90% zuschlägt, nähert es sich schon der Schätzung aus USA.)
Und wo die Schulden zu finden sind dürfte auch klar sein.
Allerdings werden die Folgen von Vermögenslosigkeit bei uns durch den "Sozialstaat" stärker abgemildert als in USA.
Noch! Auch bei uns haben die Vermögenden diesen "Gesellschaftsvertrag" längst aufgekündigt. (Weil sie sich das nicht mehr leisten können!)
lg
Jakob
Hallo,
@Jakob
"Auch bei uns haben die Vermögenden diesen "Gesellschaftsvertrag" längst aufgekündigt. (Weil sie sich das nicht mehr leisten können!)"
Können schon. Problemlos sogar.
Aber nicht mehr wollen.
Der reichste amerikanische Milliardär, Warren Buffet, sprach im November 2006 eine ungehörige Wahrheit aus: "Der Klassenkampf ist ein historischer Fakt, er wird von meiner Klasse, der Klasse der Reichen geführt und wir sind dabei ihn zu gewinnen" (New York Times vom 26.11.2006).
Peter
Lektion
Auch wenn das "markt"-wirtschaftlich installierte Survival-of-the fittest einstweilen die 15 oder weniger Prozent der Vermögenden begünstigen mag, werden sie ihr persönliches Trauma noch erleben.
Dabei ist es weniger die von ihnen gefürchtete Gefahr der Erhebung der verarmten Massen, die sie ja mittels Blackwater und FEMA-concentration-camps zu kontrollieren meinen, sondern der Blinde Fleck in ihrer sozialökonomischen Wahrnehmung.
Dieser verbirgt nämlich, dass der zusammengeschacherte Wohlstand nur auf Basis der erzielbaren Erträge aus massenwirksamer Kaufkraft einen Wert darstellt, ansonsten aber nahe oder unter Null liegt. Welchen Wert haben stillgelegte Fabriken und leerstehende Immobilien???
Weiter übersehen diese kranken Hirne, die anderen Träger dieser entleerten Substanz. Alle historische Erfahrung lehrt, dass diese Raptoren ihresgleichen in Diadochenkämpfen zerfleischen. Gehen auch diese Saurier an der Überstrapazierung ihres Biotops zugrunde???
Aber vielleicht sorgen die Finanzmärkte zuvor noch für ein böses Erwachen.
Wohl geling's,
FESTAN
Hallo,
vielleicht zu den letzten Posts noch ein Artikel auf MMnews
http://www.mmnews.de/index.php/200911234294/MM-News/Die-Billionenbombe.html
Auf MMnews steht schon mal mancher Mist. Hier wird aber mal der Finger in die Wunde gelegt. (Natürlich kann sich ein Einzelner entschulden, sogar aus dem System aussteigen. Aber in der Gesamtheit des Systems ist das eben nicht möglich. Und es ist nebensächlich, ob dies durch Kreditschulden oder "neuartige Finanzprodukte" bedingt wird.)
Peter
Zu ergänzen wäre noch, dass es in Deutschland in etwa so sein dürfte, dass die Relation zwischen arbeitender Bevölkerung und Transferempfängern bei 1:1 liegt, also noch weit schlechter als in den USA ist.
Außerdem gilt:
Wie viele Jobs in Deutschland direkt und indirekt von den sich in der Vergangenheit wie blöd verschuldenden Amerikanern abhängig sind, werden vermutlich die nächsten Jahre aufzeigen.
Die Krisen-Vernebelungsstrategie Kurzarbeit wird nicht ewig wirken.
Die Lage in den USA ist katastrophal, in Europa siehts indes keinen Deut besser aus!
Schade, dass das in diesem sonst so kompetenten und faszinierenden Blog weitgehend außer Acht gelassen wird.
Die Sache mit den higher lows, ich glaubs gefunden zu haben.
Falls es hier noch andere Chart-"spezialisten" wie meinereiner gibt:
"... Bei einem Abwärtstrend liegt nach der Dow-Theorie typischerweise jedes Tief unter dem vorhergehenden Tief und jedes Hoch unter dem vorhergehenden Hoch. Entsprechend liegt in einem Aufwärtstrend jedes Hoch über dem vorhergehenden Hoch und jedes Tief über dem vorhergehenden Tief. ..."
--> http://finanzportal.wiwi.uni-saarland.de/tech/Kapitel3.htm
Hallo Peter,
ich habs eben (voller tief empfundenem Mitgefühl!!!) aus derer Warte betrachtet ...
Bitte um Nachsicht! ;-)
lg
Jakob
Keine Frage, SLGramann,
Deutschland hat ebnfalls die Zunkunft bereits aufgefressen.
Zwar ist hier die Material- und Energieeffizienz ein Stück höher und die Deindustrialisierung ist noch nicht gar so weit vorangeschritten, auch die Verschuldung der Verbraucher ist geringer, aber wir haben schwere Hypotheken, wie die starke Alterung insbesondere zwischen 2015 und 2035, und wir werden einen sehr verhängnisvollen Mangel an qualifizierten Kräften insbesondere im naturwissenschaftlichen-technischen Bereich haben.
Wir haben also nicht nur ein zukünftiges Ressourcenproblem bezüglich Öl und anderen Schlüsselrohstoffen, sondern auch ein zunehmendes "Ressourcenproblem" bei gut ausgebildeten Leuten in den technischen Berufen der Realwirtschaft.
Philosophen, Germanisten und Medienwissenschaftler haben wir dagegen bis zum Abwinken.
Die Chinesen und Inder starten seit Jahren eine Bildungsoffensive insbesondere in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen, viele westliche Länder inkl. Deutschland und die USA leisten sich statt dessen einen Rückbau.
Anscheinend haben wir keinen Bock mehr auf Zukunft.
"No future" wird langsam zur Realität.
@M.E.
Ich würde nicht über Jahr 2012 planen. :-)
@ all:
Bosnien: 42,2% Arbeitslosenquote(siehe econo-matrix).
Spanien: ca.20% Al-Quote vor zwei Monaten. Bedenke: Tourismus geht zurück da Winter. Hinter vorgehaltener Hand 25% Al erwartet.
Anadalusien 33% Al.
Griechenland: Interne Schätzungen 33% Al-Quote (von den noch Beschäftigten ist jeder 2. Staatsbediensteter).
Rest der EU erspare ich mir.
Bei uns siehts auch mehr als schlimm aus.
Gruss#
Henne
@M.E.
Bei aller Wertschätzung ... aber ...
Sind wir wirklich ausweglos am Ende der Geschichte angelangt???
Wir werden zuwenig junge Leute haben!
Wir werden zuwenig qualifizierte Kräften insbesondere im naturwissenschaftlichen-technischen Bereich haben!
Wir werden ein Ressourcenproblem bezüglich Öl und anderen Schlüsselrohstoffen haben!
Ok, vielleicht ist es so ... aber wo liegt dann das Problem???
Wenn wir keine Rohstoffe mehr haben werden - dann werden wir auch keine qualifizierten junge Kräfte im naturwissenschaftlichen-technischen Bereich mehr brauchen.
Wozu? Was sollen die denn dann noch tun?
Wenn wir keine qualifizierten Kräfte im naturwissenschaftlichen-technischen Bereich mehr brauchen - dann werden wir auch nicht viele junge Leute brauchen.
Wozu? Sie würden eh nur arbeitslos sein.
Nur mehr Philosophen, Germanisten und Medienwissenschaftler?
Deutschland wird endlich zum Volk der Dichter und Denker werden!
Nomen est omen ??? ;-)
Ende finito? Oder gibts noch andere Perspektiven?
lg
Jakob
Hallo
"...dass die Relation zwischen arbeitender Bevölkerung und Transferempfängern bei 1:1 liegt,"
In allen modernen Industriestaaten liegt die Quote kanpp bei 1 : 1. Ganz einfach deswegen, weil die Zahl der Kinder/Jugendlichen/Kranken/Alten höher ist als die der "erwerbsarbeitsfähigen" Bevölkerung. Die Quote wird - und das wird meist verschwiegen - in allen Industriestaaten zurück gehen müssen: Die Arbeit geht aus, zumindest die in der Industrie und Landwirtschaft. Dem technischen Fortschritt sei Dank werden in Zukunft (das ist seit 1996 bekannt) 20% der Menschen ausreichen, um die Güter und Lebensmittel für 100% bereit zu stellen. Auch der Bereich Verwaltung ist davon massiv betroffen, wenn auch noch (nicht) ganz so stark. Nebenbei: Deswegen auch Tittytainment für den Rest.
Dieses "Verschwinden der Arbeit" ist auch einer Gründe für die Forderung nach dem bedingungslosen Grundeinkommen.
Die Schattenseite der Entwicklung ist, dass die, die den technischen Fortschritt bewerkstelligen (Entwickler etc.) an den Früchten ihrer Arbeit nicht partizipieren, sondern sich überflüssig machen. Erlebe ich gerade vielfältig. Während der Gewinn dieses Fortschritts (ist er einer?) einzig dem Kapitalgeber zufließt.
Peter
In dem Artikel steht eigentlich nichts neues. Alles seit Jahren (Jahrzehnten) bekannt. Trotzdem immer wieder interessant zu lesen. Besonders, wenn man es so schön grafisch aufbereitet sieht.
Ich meine Auslagerung von Produktionsstätten, Fertigungsautomatisierung, Optimierung der Produktionsabläufe - irgendwo müssen die dort überflüssig gemachten Leute ja hin.
Diese Surplus People einfach verhungern lassen - oder einschläfern - geht nicht. Noch nicht.
"...dass die Relation zwischen arbeitender Bevölkerung und Transferempfängern bei 1:1 liegt,"
Um noch eine Frage nachzuschieben: Sagt das überhaupt was aus?
arbeitende Bevölkerung versus Transferempfänger
Sehr viele aus der "arbeitenden Bevölkerung" sind doch selbst wiederum "Transferempfänger".
Weil sie von ihrer Arbeit kaum leben könnten, sei es weil sie wenig bekommen oder weil sie nur zu bestimmten Zeiten Beschäftigung finden (zb. Saisonsabhängige)
Oder weil es für ihre geleistete Arbeit keine Bezahlung gibt (zb. Kindererkriegen und -aufziehen, oder Angehörige pflegen)
Oder um zwei Ecken herum.
Sind beispielsweise die Opel-Arbeiter nun "arbeitende Bevölkerung" oder "Transferempfänger"?
Zählen die Bankmanager der mit Milliarden geretteten Banken zur "arbeitenden Bevölkerung" oder zu den "Transferempfängern"?
Sind solche 1:x - Betrachtungen in einer komplexen Umgebung wie der unseren überhaupt irgendwie aussagekräftig?
Hallo,
anonym 17:26
Du hast völlig Recht.
Die viel beschworene Vollbeschäftigung hat es nämlich nie gegeben. Offiziell gab es sie zwar in den 50er und 60er Jahren. Aber nur deswegen, weil ein gut Teil der Frauen zu Hause blieb und fürs Wohl der Kinder sorgte. Was fürs Gedeihen des Staates zwar sehr nützlich und billig, aber nicht anerkannt war und nicht honriert wurde. Auch in dieser Zeit war die Zahl der Erwerbstätigen deutlich kleiner als der Rest.
Das Fatale an der Sache ist ja nicht nur das, was du schilderst, das Fatale ist auch, das Tätigkeiten, die zum Gemeinwohl unumgänglich nötig sind, aber laut Definition keine Erwerbstätigkeit sind, gar nicht gezählt werden.
Und dabei denke ich nicht nur an die "Mutter zu Hause". Genauso fällt der ganze Bereich der freiwilligen Tätigkeiten (vor allem sozialer Art) darunter und so mancher anderer Arbeit auch, die nie bezahlt wird, deren Früchte wir aber bedenken- und gedankenlos in Anspruch nehmen.
Die Senioren, die meine Studenten und Schüler unter die Fittiche nehmen und ihnen den Weg in die Berufswelt ebnen, bezahlt und zählt keiner. Aber ohne ihr Engagement sähe es für so manchen jungen gut ausgebildeten Arbeitswilligen noch viel trauriger aus.
Also: dieses "Fliegenbeinzählen" Erwerbstätige - Transferempfänger ist reichlich einseitig und mehr als fragwürdig.
Peter
Hallo Peter,
was Du schreibst stimmt natürlich für die jetzige Zeit des Wertschöpfungsmaximums. In wenigen Jahren wird sich das Bild vollkommen ändern. Mangels billiger Energie werden wir die Milliarden von virtuellen, billigen "Energiesklaven" nicht mehr im heutigen Maße zur Verfügung haben.
Was ich mit "billige Energiesklaven" meine? Nun, in jedem Barrel Öl steckt die Energie von ca. 20000 neschlichen Arbeitsstunden. Und wir verbrauchen Tag für Tag über 80 Millionen Barrel weltweit
Mit der beginnenden Reduzierung dieser gewaltigen Menge Energie schrumpft die Wertschöpfung, schrumpft der Automatisierungsgrad der Produktion, schrumpft der Mechanisierungsgrad der Landwirtschaft.
Wir stehen in den nächsten Jahrzehnten vor einer Renaissance der menschlichen Arbeitskraft.
Das wird zwar ungewohnt mühsam, aber man kann es auch positiv sehen.
Vieles wird knapp werden, aber nicht die Arbeit.
Korrektur: "...von 20000 menschlichen Arbeitsstunden" muss es heißen.
ja, kann ich mir vorstellen. 15 % haben 80 %. Das war nie in Ordnung und wird es nie sein. Dieser Systemcrash ist mit voller Absicht inszeniert. Die Schafe werden auf die Schlachtbank geführt. Unweigerlich. Leider und sie sind blind in der Masse, den sonst wäre es nie soweit gekommen. Auch heute noch. Darum - Fernseher aus dem Fenster werfen und aufwachen. Solange ihr dieses Geld benutzt wird sich nichts ändern. Die 15 % wissen darum. Dem ist sicher.
Dieser Systemcrash ist mit voller Absicht inszeniert.
Bitte klären Sie mich ahnungslosen nicht an Verschwörungstheorien glaubenden Menschen auf, bevor ich den Fernseher aus dem Fenster werfe!?
Wer hat was - wann - wo - wie und mit wen inszeniert?
@ M.E.
ICh glaube kaum das durch verschwinden des Erdöls der Automatisierungsgrad sinkt. Öl ist zwar essentiell, aber als Energiequelle geht auch was anderes. Der technische Fortschritt wird wie immmer dieses Problem lösen. Mann stelle z.B. sich Solarbetriebene Maschienen vor die Felder ernten. Solche Entwicklungen können ohne Erdöl auch wieder Beschäftigung schaffen. Und dies benötigt mehr gerade Naturwissenschaftlich denkende, und gut ausgebildete. Wenn nicht,die Chinesen werden es uns auch verkaufen, nur dann werden sie auch den Grosstil der Wertschöpfung einstecken.
Mann stelle z.B. sich Solarbetriebene Maschienen vor die Felder ernten. Solche Entwicklungen können ohne Erdöl auch wieder Beschäftigung schaffen.
Aha!
Und womit düngen wir die Felder, damit die solarbetriebenen Maschinen überhaupt etwas ernten können. Wahrscheinlich werden wir dann alle fürstlich entlohnt für den Zukunftsdünger Pisse und Scheiße. Ich weiß, dass die Probleme der Zukunft alle ganz einfach zulösen sind.
Au Mann…
Das wird zwar ungewohnt mühsam, aber man kann es auch positiv sehen.
Vieles wird knapp werden, aber nicht die Arbeit.
Find ich auch! :-)
Und wenn man auch noch bedenkt, dass unser Wohlstand - dessen Verlust wir so sehr fürchten - nur eine Vorstellung von Wohlstand ist, und dass wir für die Schattenseiten dieser Vorstellung gleichzeitig einen gewaltigen Preis bezahlen, als Einzelne wie auch als Gesellschaft, dann könnte man sich vielleicht auch mit dem Gedanken anfreunden, dass das Ende dieser Vorstellung von Wohlstand nicht das Ende des Wohlstands sein wird, sondern nur der Beginn einer anderen Vorstellung von Wohlstand.
lg
Jakob
Ich weiß, dass die Probleme der Zukunft alle ganz einfach zulösen sind.
Es hat niemand gesagt das es ganz einfach wird, aber jemand wird eine Idee haben. Anders geht es garnicht.
Hier ein Link zum Thema erneuerbare Energien und der dafür nötigen seltenen Erden, Metalle und Rohstoffe..!
http://www.ostpreussen.de/preussische-allgemeine-zeitung/nachrichten/artikel/china-haelt-rohstoffe-zurueck.html
Gruß an M.E.! ;-)
Habe die Ehre… Oidamo
Hallo, Oidamo,
vielleicht sollten wir das alles nicht so laut rausposaunen, as beileibe nicht nur Öl knapp wird.
Lassen wir unsere Mitmenschen ruhig noch etwas von weltweiter elektrischer Massenmobilität und Ähnlichem träumen.
Erst kürzlich ist ein neuer, sehr wichtiger Rohstoff auf meinem Radar aufgetaucht, er sehr schnell sehr knapp wird: Phosphor.
90% des Phosphors findet Verwendung in der Kunstdüngerproduktion. Ohne Phosphor kein Kunstdünger.
Unsere Wertschöpfung wird in den nächsten Jahrzehnten von den verschiedensten Faktoren in die Zange genommen. Öl (und mit Abstrichen Gas) als Universalrohstoff für die energetische und stoffliche Wertschöpfung ist nur ein Glied in einer ziemlich langen Kette zunehmend knapper Rohstoffe und Ressourcen. Wenngleich wohl er wichtigste aller Faktoren, weil wir davon so unglaublich viel verbrauchen. 5 mal den Rauminhalt der Cheops-Pyramie, jeden Tag.
Mist, das verdammte "d" klemmt!
Es hat niemand gesagt das es ganz einfach wird, aber jemand wird eine Idee haben. Anders geht es garnicht.
Was heißt anders geht es gar nicht?
Wie leben in einer endlichen Welt und in der wird den Wachstumsfetischisten in Zukunft noch Hören und Sehen vergehen. Es wird für viele Dinge eine “Lösung“ geben aber eben nicht für ALLES.
Es wird aber eine LÖsung für das Öl Problem geben, der technische Fortschritt wird es regeln.
@ M.E.
das kannst Du leider schreien und posaunen wie Du willst, hört eh keiner weil’s keiner hören will…!
Grade heute durfte ich mir wieder anhören wie pessimistisch und negativ eingestellt ich doch bin!! Dabei sagte ich nur das ich, wegen der Faktenlage, davon ausgehe das es unsere Finanzwirtschaft, so wie wir sie kennen, die längste Zeit gegeben hat…!
und das ich der Meinung bin das Herr Schäuble, mit seinem Vergleich die Auswirkung des Mauerfall und der der Krise gleichzusetzen doch gar nicht so falsch liegt und man bei solchen Äußerungen doch mal die Öhrchen spitzen sollte…!?
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E7888FEE4BFE4483281ACAA918983A0CD~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews
Und was bekommt man da zu hören..??! „den Politikern kann man ja eh nix glauben“…??!? Na da fall ich doch vom Glauben ab..!?
Wobei ich denke das der Mauerfall sowieso, aber auch das Ende des Ost West Konflikts, ein Kindergeburtstag zu dem war was uns die kommenden Jahrzehnte noch so blüht…! War ja im Großen und Ganzen, positive Auswirkungen….
Grade im Bezug auf das endliche Öl, die endlichen Ressourcen allgemein, den absehbaren Wassermangel in einigen Ländern, die unglaublichen Umweltzerstörungen, den wahnsinnig schnellen Anstieg der Weltbevölkerung und alle damit einhergehenden Problemchen und Probleme dürften die Auswirkungen der Finanzkrise eher in die andere Richtung gehen… aber der Überzeugung ist Schäuble wohl eher nicht..?!
ich denke die Finanzkrise ist die letzte Chance ..?!
Ich weiß, ich denke zu negativ….., unsere Politik wird es schon richten…! (Ironie)
Habe die Ehre… Oidamo
"Mist, das verdammte "d" klemmt!"
Enfach wegwerfen das Dng und neue Tastatur besorgen!!!
Es snd schon wetere fuenfzehn Contaner aus Chna unterwegs.
Bei denen klemmt zwar das "".
Und hn und weder auch das "".
Macht aber nchts, se snd sehr bllg (presguenstg).
Genau das rchtge Geschenk fuer Wehnachten!
Schöne Übersicht von Hajo. Die Jobs in Hotel, Einzelhandel und Dienstleistungen werden wohl unter der mangelnden Kaufkraft als nächstes schwinden.
Und das Öl?
..die Russen fördern aus Tiefen von 10.000 m Öl. Nach der Theorie der Ölentstehung (aus fossilen Lebewesen) ist dies schwer erklärbar bzw. unmöglich. Und wer glaubt, dass CO2 ein Umweltschädliches Gas ist sollte nochmal differenzierter überlegen...
Es wird aber eine LÖsung für das Öl Problem geben, der technische Fortschritt wird es regeln.
Dann nenne uns doch bitte die Lösung, lass deinen Gedanken freien Lauf.
Herrlich anonym, das hat gesessen.
Bin zwar kein Billig-aber-dafür-öfter-kauf-Typ, aber dass ich in dem System des globalen Ressourcen-Diebstahls auch ein Mittäter bin - daran kann es nicht den geringsten Zweifel geben.
Zwar versuche ich alles so lange zu nutzen, bis es nach mitteleuropäischen Massstäben wirklich nicht mehr geht und mich meine Frau auffordert, mich von den alten Hemden, Hosen und manchem anderen abgenutztem Zeug zu trennen. (Manchmal sagt sie scherzhaft, dass ich wohl immer noch in den Möbeln meiner Judendzeit wohnen würde, wenn sie es nicht verhinderte - womit sie vermutlich recht hat).
Aber wenn ich über die Ressourcenfrage schreibe, ist das immer auch Selbstkritik an meiner Lebensweise.
Meine Antwort galt anonym 21:45
hier wimmelt es ja von anonyms.
"Und wer glaubt, dass CO2 ein Umweltschädliches Gas ist sollte nochmal differenzierter überlegen..."
Unsinn. Wer behauptet denn solchen Blödsinn?
Ohne CO2 gäbe es kein Leben auf der Welt.
Aber wie so oft im Leben: manchmal gibt es auch zu viel des Guten.
Stellt doch endlich Nordstream fertig. Es gib noch genug Gas und Öl für D.
Naja, bei dem gegenwärtigen Ausbeutungsgrad der westsibirischen Öl- und Gasfelder gilt diese Aussage bis maximal Mitte der 20er Jahre.
Und die wesentlich geringeren Vorkommen in Ostsibirien und Sachalin bekommt ohnehin China. Nach Abzug des russischen Eigenbedarfs natürlich, der auch nicht gerade sinken wird.
@M.E.
danke für den differenzierten Hinweis ;-).
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es durchaus Hinweis dafür gibt, dass zuerst Erwärmung und dann CO2 Anstieg erfolgt.
CO2 durch menschliche Aktivität verursacht ist nicht die Ursache für Klimaerwärmung. Es ist ein hochprofitables Geschäft damit zu machen und die tatsächlichen Umweltprobleme geraten aus dem Blick.
sfm
@M.E.
in 20 Jahren
__
Sind das die Daten von Nabucco Lobby aus DIW? :-)
Tschuldigung!
Nachtrag: 17:26 Jakob, 21:45 Jakob
Nix für ungut ;-)
Hatte zwischendurch zuviel Zeit heute.
Die kommenden Tage nicht mehr.
Versprochen!
Übrigens. Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Wir Kinder nahmen das Pausenbrotpapier wieder mit nach Hause. Weil es öfters verwendet wurde, so ofts halt ging.
Und wir hatten eine wunderschöne Kinderzeit (mal abgesehen von der Plage namens Lehrer ;-)
lg
Jakob
@anonym: ".die Russen fördern aus Tiefen von 10.000 m Öl. Nach der Theorie der Ölentstehung (aus fossilen Lebewesen) ist dies schwer erklärbar bzw. unmöglich."
Es muss ja nicht da entstanden sein wo es gefunden wird. Kommt halt auf den Boden an und wie er sich in Millionen Jahren verhalten hat.
Ich glaube an die Erlösung erst wenn aus seinem ehemals stillgelegtem Ölfeld wieder neues Öl fliesst.
Hallo Russe,
wenn man sich die Förderverlaufskurve von Samotlor und anderen bedeutenden Feldern ansieht, dann erkennt man, dass Westsibirien die besten Zeiten hinter sich hat. Der russiche Bereich des Kaspischen Meeres und die neuen Projekte vor Sachalin konnten bisher noch einiges kompensieren und haben den Absturz der Gesamtförderung bisher verhindert, wenngleich die Spitzenproduktion aus den 80er Jahren bei Öl nie wieder erreicht wird.
Aber die für Europa wichtige Förderregion Westsibirien ist beim Öl schon heute im Decline, und bei Gas in wenigen Jahren.
Solche Informationen kommen übrigens selbst von den russischen Fördergesellschaften. Die sind in dieser Hinsicht dankenswerterweise ehrlicher als z.B. die Saudis.
"Ich glaube an die Erlösung erst wenn aus seinem ehemals stillgelegtem Ölfeld wieder neues Öl fliesst."
Hallo llothar,
das ist gängige Praxis, Felder, die in der Vergangenheit stillgelegt wurden, noch einmal in einer tertiären Produktionsphase zum Leben zu erwecken. Denn bei nunmehr höheren Ölpreisen lohnt es sich, die recovery rate noch etwas zu erhöhen.
Von unten nachströmendes Öl ist freilich nicht der Grund für die wieder aufgenommene Produktion in einst stillgelegten Feldern, sondern einzig die Kombination aus besserer Fördertechnologie und höherem Ölpreis.
Dieser Effekt der zusätzlichen Förderung aus alten Feldern ist übrigens auch schon weitgehend "durch", weil die letzten Quantensprünge in der Fördertechnologie mittlerweile 25 Jahre alt sind, von der Tiefseeförderung abgesehen, wo es auch nach 2000 noch technologische Verbesserungen gab.
TNK-BP planning to produce Samotlor for another 90 years.
Also noch genug Öl da. Am besten wäre kein Öl mehr zu verbrennen. Mit der Kombination mit Geotermie, Solar- Windenergie,
Wellenkraftwerken von mir aus auch mit nicht politisch korrekten Atomstrom und Sparmassnahmen wie Passivhäuser, E-Autos (oder Fahrräder :-D ) etc werden wir bestimmt keine Energieprobleme haben. Und wer weißt schon wie die Welt in 50-100 Jahre aussieht. Aslo nicht vorzeitig in die Depressionen in eine Depression verfallen.
@M.E.
Das man Öl syntetisch herstellen kann, steht hier doch außer Frage, oder?
Klar gibt es synthetisch hergestelltes Öl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Synthetisches_%C3%96l
Es wird allerdings unter völlig anderen Bedingungen hergestellt als unter denen, die im Erdinneren herrschen.
Und zu Samotlor: die Restförderung heute beträgt gerade mal ein Zehntel der Maximalförderung im Jahr 1982.
Aber klar, für einige Barrel pro Tag wird es auch in 90 Jahren noch reichen.
Mann M.E.!
Ich mag's nicht mehr hören, dass alles dem Ende zugeht. Du nimmst mir absolut meinen Lebensmut mit deiner ewigen Faktenreiterei und dass die "billige Energie" Öl und viele andere Rohstoffe dann einfach "weg" sind....
Und nun? Was fang ich damit an? Soll ich als gutes Beispiel voran gehen und meine "Lebenszeit" künstlich verkürzen noch viele Tausends andere auch dazu auffordern, damit die anderen übrig gebliebenen auch in den Genuss meines Wohlstandes kommen? Denn alle zusammen hält Mutter Erde uns nicht aus, also, die die wir die Erkenntnis haben, tuen den ersten Schritt und machen Platz....
Guter Rat von mir:
Geh raus in den Wald, fäll ein paar Bäume, mach dir Brennholz (kühlt das Gemüt ungemein ab!) und wärme dich am schönen Kaminfeuer oder Ofen.
Das wurde übrigens Millionenfach in Ost-Deutschland bis 1990 so gemacht. Mit der Folge, dass z.B. das Dorf im Tal von den Bergen vor lauter Qualm nicht mehr zusehen, war, außer vielleicht die Kirchturmspitze. Von der Gesundheitsschädigung der Einwohner in den Wintermonaten wollen wir garnicht reden...
Die meisten, und ich auch, waren aber ab 1990 froh, dass das Heizen der eigenen Wohnung einfacher und vor allem für die Bewohner sauberer wurde.
Dass sich jetzt durch die Teuerung des Öl- und Gases viele zurückbesinnen auf das mühevolle Heizen mit Holz u.ä. wird wiederum zur Folge haben, was ich hier bei mir merke, dass es wieder stinkt und qualmt an allen Orten....
Und viele können sich eine Wärmepumpe aus verschiedenen Gründen auch nicht einfach mal so installieren, wobei es eben auch keine "gemütliche" Wärme gibt.
Wo liegt der Kompromiss? Irgendwie müssen wir die Wohnung ja warm heizen, oder?
Für mich ist diese Diskussion erschöpft, weil ich nicht mehr sparen kann, was a) mein Geldbeutel hergibt und b) was meine örtlichen Möglichkeiten auch zulassen.
Von mir aus, führt diese Diskussion und reiht Fakten an Fakten! Aber das Leben geht trotzdem weiter....
Und Tschüss
Thomas
@M.E. Gab hier schon mal zum Lesen.
Washington/ USA - US-amerikanische Wissenschaftler haben in Experimenten nachgewiesen, dass Erdöl und Erdgas nicht alleine durch die Umwandlung biologischer Stoffe, sondern auch rein durch chemische Reaktionen zwischen Kohlensdioxid und Sauerstoff entstehen kann. Damit widersprechen die Ergebnisse der derzeitigen Lehrmeinung, stützen jedoch frühe Theorien zur Erdöl- und Erdgasentstehung aus dem 19. Jahrhundert.
Hallo Thomas,
ich höre jetzt auch auf mit dem Ressourcenthema. Die Grundfakten sind bekannt und wir werden mit den neuen Gegebenheiten schon klar kommen.
Das Leben ist auch schön, wenn nicht alles im Überfluss vorhanden ist.
Das wird uns nur 24 Stunden am Tag suggeriert, dass es Überfluss und ständig neue Bedürfnisse braucht, um glücklich zu sein.
Der steile Anstieg der Depressionen und andere Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache.
Und im übrigen bin ich dezidiert für eine Gesellschaft mit wesentlich besserer Verteilungsgerechtigkeit, damit Leute wie Du, die heute schon finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen, nicht ihrer elementaren Grundlagen beraubt werden.
Eine gerechtere Gesellschaft - das ist das eigentliche Thema der Zukunft, wenn der heutige materielle Stand nicht mehr haltbar sein wird.
@M.E.
Die Grundfakten sind bekannt
Klar M.E., das sind sie. zB Peak Uran ist nur ein Märchen aus dem Westen, der keine funktionierende Schnelle Brüter hinbekommt. :-)
Hallo Russe,
wie groß ist der Anteil von Strom aus Schnellen Brütern am Weltprimärenergieverbrauch?
Waaas? Unter 1 Promille? Waaahnsinn!
Wie viele Projekte im Planungsstadium gibt es weltweit für schnelle Brüter?
Ganze 4 Stück?
Wovon sprechen wir hier eigentlich? Über potemkinsche Dörfer, wie es scheint.
Ich schließe das Thema jetzt für mich ab. Ich will die Querschussgemeinde nicht länger langweilen mit Detaildiskussionen, sondern halte mich ab jetzt mehr an die Thematik der Beiträge.
@M.E.
Die breite Masse will doch die volle Wahrheit gar nicht wissen und könnte sie auch gar nicht vertragen.
So lebt es sich einfacher! ;-)
Gruß,
g.
Mal was neues für die Materialisten:
Lebe die unsichtbare Solidarität - dann bekommst du Segen von Gott - Gebete sind ähnlich.
Ansonsten finde ich die Fakten in Querschüsse dieser scheinbaren Welt sehr nützlich.
Das System der Zinsen u. Zinseszins ist nicht umsonst von allen ursprünglich monotheistischen Religionen "verteufelt" worden. Auf langer Sicht wird der soziale Frieden zerstört. Und erst nach einer vollständigen Katastrophe (inkl. Kriege) wird sich was am Kapitalismus ändern. Wenn überhaupt.
Alles Gute an alle. Wird schon.-))
Hallo Thomas,
die Thematik ist in der Tat auf Dauer sehr deprimierend.
Sieh es jedoch als "Wissensvorsprung", den du den meisten anderen Menschen vorraus hast. Du weißt, was kommt, und kannst entsprechend deine Zukunft planen und die richtigen Weichen stellen.
Es wird sich sehr vieles ändern, aber alles relativ langsam. Die derzeitige Landwirtschaft wird nicht von heute auf morgen zusammenbrechen, sondern sich zunehmend "austauschen". Konzepte dafür gibt es genug (Stichwort: "Permakultur").
Dazu ein sehr optimistischer und motivierender TV-Bericht der BBC: "A farm for the future". Dort wird die Zukunft nicht schwarzgemalen, sondern gezeigt, dass es nach einer Wende in der Energieversorgung ganz im Gegenteil sehr viel angenehmer sein könnte.
Hier der Bericht: A farm for the future
Viele Grüße
Dorrian
Um zum Thema zurückzukommen:
Jeder der mit etwas Gehirnmasse ausgestattet ist ,konnte unschwer erkennen ,daß die propagierte postindustrielle Gesellschaft nicht existenzfähig ist.Seit Jahren ist deutlich anhand der sich immer mehr ausweitenden Handelsbilanzdefizite der USA zu sehen,daß der Weg straks in den Abgrund führen muß.Wer in seiner Jugend Monopoly gespielt hat ,kennt das Ergebnis.Es gibt nur einen Gewinner.Schlechte Verlierer haben dann meistens Streit angefangen.Könnte auch in der Realität geschehen.
Zu der Diskussion auf Abwegen :
Die Vorräte an Erdöl sind sicher sehr begrenzt.Deshalb gehen aber die Lichter nicht aus ,kein Auto bleibt stehen.Schon vor ca. 100 Jahren wurde das Fischer-Tropsch-Verfahren erfunden mit dem aus Kohle ÖL gewonnen wird.Übrigens in Deutschland ,liebe Freunde!Im 2 .WK spielten die Leuna-Werke eine wichtige Rolle.In Südafrika wird das Verfahren heute noch bei den Sasolwerken angewandt.Die Chinesen wollen Anlagen für dieses Verfahren aufbauen.Auch Kohle reicht nicht ewig ,aber immerhin noch einige Jahrhunderte.Unsere amerikanischen Freunde ,die das Öl verprasst haben werden sich einschränken müssen -siehe Thema- und damit reichen auch die Vorräte etwas länger.Der Wachstumsfetischismus ist -wie jeder leicht nachrechnen kann - sowieso nicht haltbar: 3,5% Wachstum ergeben in 100 Jahren eine Verzweiunddreissigfachung!8% Vertausendfachung !
Noch ein ganz aktueller Beitrag zum Öl/Klimaerwärmung:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/11/entlarvung-des-klimaschwindels-durch.html
Gruß, sfm
usa bip +2,8% auf jahr hochgerechnet also 0,7% genau so gewachsen wie in BRD .
aber wenn man bedenkt das das 1 quartal -6,4% das 2. -5,8% und nun das 3 quartal - 4,7% wir sind immer noch im dicken MINUS
schulden steigen BIP fällt von 64% werden es bald wohl eher 70-80% :-/
http://www.jjahnke.net/rundbr64.html#q3
@M.E.
Das ist keine Detaildiskussion. Wenn deine Zukunftsprognose nicht mal real existierende Technolgien berücksichtigt, welche Aussagekraft sollte die Prognose haben? Ich bleibe dabei, mit intelligentem Energiemix in Kombination mit sinnvollen Sparmassnahmen werden wir keine Energieprobleme haben.
Wovon sprechen wir hier eigentlich? Über potemkinsche Dörfer, wie es scheint
Ja, M.E. über potemkinsches Dörf, namens Deutschland.
@g.
Die breite Masse will doch die volle Wahrheit gar nicht wissen und könnte sie auch gar nicht vertragen.
Lieber g., aus einer NLP-Schleife in die andere? Was soll das bringen? Wir haben Peak Desinformation, Peak Angst/Panikmache, Peak Dekadenz, Peak Resignation und kein Peak Mensch, Peak Zivilisation. Die Evolution strebt nach immer komplexeren Strukturen und die brauchen einfach immer mehr Energie, um stabil zu bleiben.
Hallo Russe,
Technologien, die Rohstoffe oder Energie im untersten Promillebereich substituieren, sind schlicht irrelevant im Gesamtkontext.
Brütertechnologie ist irrelevant, Fischer Tropsch ist irrelevant, ja selbst biogene Kraftstoffe, die gegenüber schnellen Brütern und und Fischer-Tropsch geradezu superrelevant sind, sind mit ihren lächerlichen 2% Anteil (=1,5 mb/d) an all liquids ebenfalls weitgehend irrelevant.
Eine Fata Morgana.
Deinen Satz mit den immer komplexeren Strukturen und dem immer höheren notwendigen Energieaufwand kann ich nur unterstreichen. Das ist quasi ein Naturgesetz.
Artikel in der Berliner Umschau:
US-Zahlen: Wunderliche Unerklärbarkeiten.
Produktion steigt ohne Stellenzuwachs.
Geschrieben von Karl Weiss,
der führt im Text den Querschuß blog an.
mzk
Anonym (12 Uhr):
Hast du vielleicht mal nen Link?
Vielen Dank!
http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/finanzstabilitaetsberichte/finanzstabilitaetsbericht2009.pdf
Bitte die Chronik der Finanzmarkkrise anschauen.
Gruß
Terra
Hallo,
auf die Gefahr hin mich vom Querschussgegenstand allzuweit zu entfernen und etwas zynisch zu werden, möchte ich doch auch mal rumhacken an diesen wunderbaren Gutelaune-Ideologemen, die auch hier viel Platz finden und von der kritischen Auseinandersetzung immer wieder zuweit wegführen!!
@ Alex 23.nov. 20.53
Zitat: "Es wird aber eine LÖsung für das Öl Problem geben,
der technische Fortschritt wird es regeln."
Ist es nicht erstaunlich, dass wir ökonomische Krisenszenarien weltweit steigend durchleben, TROTZ (!) dem Fortschritt??
Der Fortschritt hat weder was mit Wettbewerb oder sonstigen Unsinn zu tun.
Außerdem gibt es viele gute Ideen, guckt mal in die Patentämter, Ob
Fortschritt realisiert wird oder nicht hängt von den Realisierungschancen der Gewinnmargen ab und sonst garnix.
Fortschritt wird so sogar ausgebremst, da er nur selektiert wird!!! Durch Fortschritt wird also gar nichts geregelt und schlimm ist es,
wenn er zur Beruhigung, wie ein Mantra gesprochen wird, um das Abschalten seines Gehirnes zu rechtfertigen.
Nach dem Motto: Ach so, Fortschritt! NA, dann wird alles guut! Dann brauchen wir ja ncht mehr nachdenken, wo das eigentliche Problem ist!
Zum Thema Öl und Gas!
Was nutzen denn die Millionen von mobilen AutofahrerInnen, wenn es keinen Job gibt, wo Sie, die Autofhrer, Kaufkraft erwerben können? Lustige Welt, alle irren blind herum in ihren Autos.
Hauptsache mobil und sonst nix.
Das führt mich zu
@ M.E. 24.Nov. 10.41
Zitat: "Eine gerechtere Gesellschaft - das ist das eigentliche Thema der Zukunft,
wenn der heutige materielle Stand nicht mehr haltbar sein wird."
Das ist äußerst merkwürdig diese Forderungen, aus dem folgenden Grunde.
ISt es nicht so, das ökomische Krisen immer dann auftauchen, wenn es zu viel von allem gibt?
Ist es nicht so, das zu viel Autos prodzuiert werden, das zu viel Geld im Umlauf ist, das zuviel produziert wurde von allem,
das es zuviel Kapazitäten gibt die nicht genutzt werden können, da sie nicht gewinnbringend einsetzbar sind?
=> Also von einem materiellen Stand zu sprechen, der rückläuifg ist, ist schon ein Hohn,
wenn man bedenkt wieviele Lebensmittel bspw. weggeschmissen werden.
Zuviel von allem, aber Krise! Ha Ha! Deine Verteilungsgerechtigkeit bezieht sich denn auf was genau? Auf die zuvielen Güter, die nicht mehr an den "Mann" gebracht werden können? Oder geht es um monetäre Umverteilung?
Ums es auf den Punkt zu bringen! Wir haben keine materielle Krise, sondern eine monetäre!!!Und die funktioniert nur, wenn die Mehrzahl im Gleichtakt + macht, und das unter allen Umständen, selbst wenn dem Ganzen ein fettes - gegenübersteht. (Kredit)
Ende Tei 1...
...Teil 2
@M.E. 23.Nov. 13.14
Zitat: "Wir haben also nicht nur ein zukünftiges Ressourcenproblem bezüglich Öl und anderen Schlüsselrohstoffen, sondern auch ein zunehmendes "Ressourcenproblem" bei gut ausgebildeten Leuten in den technischen Berufen der Realwirtschaft. Philosophen, Germanisten und Medienwissenschaftler haben wir dagegen bis zum Abwinken."
Auf der Zunge zergehen lassen: Zu viele(!) Germanisten, Philos usw...! Zuviel bedeutet wohl nicht zweckmäßig! Die Ähnlichkeit zur materiellen und fortschritlichen Selektion ist frappierend!!!!!
Wer setzt diesen Zweck? und was ist schlimm in der freien Welt Germanisten zu haben, wir leisten uns ja auch Ökonomen und das zuhauf! MEhr Sinn machen die auch nicht ;)! Also was du beklagst ist, dass wir dem "Unsinn der Krise aus Zuviel von Allem" nicht ausreichend weiterhin ungebremst hinterherhechten! Ums auf den Punkt zu bringen! Was nutzen dir deine angeblichen Naturwissenschaftler, die zuhauf viel Fortschrittsideen produzieren sollen, wo am Ende aber keine Masse von Kaufkraftbesitzern steht, die den - im Gücksfall in Serie gegangenden - Fortschritt konsumieren? Die Folge: Wir werden alle Ideenfinder und Naturwissenschaftler! JA und dann steht dem Haufen von Ideen aber keine Kaufkraft mehr gegenüber und wir haben die nächste Krise, weil wir haben zuviele Ideen! Wir sind technisch in der Lage auf dem Mond ein Furz akustisch für Sekunden hörbar zu machen, aber zu blöd das Überleben und die Zukunft der eigenen Menschheitskinder zu sichern! Warum?
Unter dieser Perspektive könnten ich die Umverteilungs-, fortschritts- und Berufsträgerselektion in die Tonne kloppen! (Nicht persönlich nehmen bitte)
Beste Grüsse
Tourist
PS: Querschuss trägt zur Ursachenaufklärung unendlich viel bei und davon brauchen wir mehr, um diesen gesellschaftlich verursachten Irrsinn zu begreifen! Damit zurück zu seinem Ansatz :)
@Tourist
"Ist es nicht erstaunlich, dass wir ökonomische Krisenszenarien weltweit steigend durchleben, TROTZ (!) dem Fortschritt??"
DES FortschrittS. Soviel Zeit muss ein - vorallem dann, wenn man eine Lanze bricht für Germanisten.
Im Übrigen ist es unglaublich naiv, gegen Naturwissenschaftler zu polemisieren, weil deren Produkte in einer verarmenden Gesellschaft wie der deutsche keiner mehr kaufen kann.
Neue Ideen und Produkte erzeugen Reichtum, das kannst du in Japan, Korea und jetzt China und bald in Indien auf das Allerschönste nachverfolgen.
Wenn überhaupt irgendwem etwas ganz Neues einfallen wird, das die Welt aus der Misere ziehen kann, dann eben einem Naturwissenschaftler.
Mich nervt dieses lineare, pessimistische Denken hier. Vermutlich hätten sich die Heulsusen um 1880 darüber ausgelassen, dass die Großstädte bald in Pferdeäpfeln ersaufen werden, einfach weil sie sich nicht hätten vorstellen können, dass eines Tages das Auto erfunden wird.
So ist es nun wieder. Die meisten können sich nicht vorstellen, dass es so etwas wie Freie Energie etc. geben könnte. Genau die wird uns aber bald zur Verfügung stehen. Vermutlich von einem indischen oder chinesischen Naturwissenschaftler entdeckt.
Also Leuzz, das Leben ist schön. Kopf hoch.
Grüße
Martin
@Tourist
holger ist gut
"=> Also von einem materiellen Stand zu sprechen, der rückläuifg ist, ist schon ein Hohn,"
Ach, Tourist,
ich habe doch nicht von heute gesprochen, sondern von den nächsten 2 bis 3 Jahrzehnten (in denen ich übrigens mein restliches Leben zu verbringen gedenke).
Und zu den Philosophen und Germanisten: natürlich sind auch die BWLer, VWLer, Juristen usw zu nennen.
Ich wollte nur nicht 87 Fachrichtungen aufzählen, die ich für übergewichtet halte.
24% der Studenten in Deutschland belegen naturwissenschaftliche-technische Fachrichtungen (Stand 2006 - jetzt eher noch weniger)
17% der US-Studenten mit US-Staatsbürgerschaft entscheiden sich für diese Fachrichtungen.
Aber in Indien und China sind es annähernd 50%.
Dazu kommt noch, dass bei uns die Zahl der Studenten auf Grund der immer geringeren Jahrgangsgrößen der Bevölkerung ohnehin ständig zurückgeht.
Und von diesen viel zu wenig Studenten studieren auch noch viel zu viele das Falsche. (falsch im Sinne von nicht bedarfsgerecht!)
Deshalb gibt es eben Currywurstverkaufende Germanisten, Philosophen usw.
Ein Studium kostet etwa 200000 Euro. Volkswirtschaftich betrachtet sind das extrem teure Currywürste!
Hallo Martin,
hast Du zufällig die Zahlen für den Anteil der freien Energie am Primärenergieverbrauch der Menschheit zur Hand?
Die mir bekannte Zahl beträgt 0,0000%.
Aber vielleicht bin ich nicht auf dem Laufenden?
Trotzdem: vielen Dank für die Unterstützung.
Alle Fachrichtungen, die sich mit effizienterem Energie- und Rohstoffverbrauch, neuen Werkstoffen, Kreislaufwirtschaft, erneuerbaren Energien (außer freier Energie natürlich) beschäftigen, sind die Fachrichtungen der Zukunft.
Und da werden wir gerade von den Asiaten abgehängt, wir Volk von Schöngeistigem Studierenden.
Natürlich sind Germanistik und Philosohie NOTWENDIGE Fachrichtungen und ehrbare Berufe.
Alles in der richtigen Dosierung.
Ich habe nur eine Abneigung gegen viiiiel zu teure Currywürste...
AN ALLE:
LEST MAL DEN NEUEN SPIEGEL
"DIE BILLIONENBOMBE"
SEHR GUT!
könnte von steffen sein ;-)
lg
marcito
@M.E
Hab ich geschrieben, dass wir diese Energieform schon nutzen? Na also!
Ich sag nur Wilhelm Reich und seine Orgon-Forschungen oder Tesla oder auch Popp. Es gibt Ansätze und Hinweise. Aber es darf hierzulande nicht offiziell geforscht werden, weil es esoterisch ist und igitt. Wir haben eine Blockade im Kopf, die uns daran hindert, aus unserem mechanischen Denken auszubrechen. Deshalb werden es auch Inder oder Chinesen sein, weil die schon seit Jahrtausenden Denkkonzepte haben, die auf Chi oder Prana basieren. Wir dagegen haben Newton und Descartes.
Wenn es linear so weitergeht, haben wir bis 2050 eine globale Katastrophe, der die meisten Säugetierarten und vieles mehr zum Opfer fallen werden.
Aber es steht nirgendwo geschrieben, dass sich die Welt linear entwickelt. Immer hat es Sprünge gegeben. So wird es auch dieses Mal sein.
Ich denke jedenfalls nicht daran, aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Dazu ist das Leben einfach viel zu schön.
Ich stimme Dir zu, marcito, ein guter Artikel. Wie schon letzte Woche der Artikel über die Rating-Agenturen.
Allerdings hätte Steffen wohl den Artikel um 60% vom Umfang her reduziert und dafür die Informationsmenge um mindestens 20% erhöht.
Die Spiegel-Redakteure neigen etwas zur Prosa.
Trotzdem, sehr lesenswert.
Betr.: 1. Kommentar von "M"
"Lässt sich aus den Zahlen des verarbeitenden Gewerbes der Rüstungsanteil herausrechnen?"
In diesem sehr lesenswerten Blog findest du u.a. eine Grafik der Gebrauchsgüter-Produktion mit getrennten Kurven für den militärischen und nicht-militärischen Bereich, die eine Ahnung aufkommen lassen, wie es um die Job-Situation "ex defense goods production" wohl aussähe:
http://blog.bankhaus-rott.de/#post57
"Ich denke jedenfalls nicht daran, aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Dazu ist das Leben einfach viel zu schön."
Da sind wir schon zu zweit. Mir fällt auf Anhieb auch nichts Geileres ein, als das Leben.
Erwiderungen:
@ Martin 25. November 2009 15:43
1. „DES FortschrittS. Soviel Zeit muss ein - vorallem dann, wenn man eine Lanze bricht für Germanisten. „
Akzeptiert :)
2. „Im Übrigen ist es unglaublich naiv, gegen Naturwissenschaftler zu polemisieren, ..“
Abgelehnt!
Ich habe nix gegen NaturwissenschaftlerInnen, bin doch froh, dass es sie gibt! Mir macht nur die Art und Weise der Verwendung ihrer Erkenntnisse, die Beeinflussung dieser und ihre Unabhängigkeit große Sorgen!!
3. „Neue Ideen und Produkte erzeugen Reichtum, das kannst du in Japan, Korea und jetzt China und bald in Indien auf das Allerschönste nachverfolgen.“
Gut, was willst du sagen?
??? Ich vermute mal das du hier monetären Reichtum und materiellen Reichtum in eins setzt!
4. „Wenn überhaupt irgendwem etwas ganz Neues einfallen wird, das die Welt aus der Misere ziehen kann, dann eben einem Naturwissenschaftler.“
Na dem würde ich mal ganz intensivst widersprechen! Es stimmt das Naturwissenschaftler nützliches manchmal herstellen. Das steht außer Frage! (Die Forschung an Anti-Aging Cremes oder Haarwuchsmittel führt mit Sicherheit nicht zu deiner freien Energie)
Es steht nicht die weltverbessernde Erkenntnis in der Kritik, sondern die politischen und ökonomischen Bedingungen, die die Anwendung einer banhbrechenden Erkenntnis organisieren. Und das ist eine Frage der gesellschaftlichen Strukturen und nix anderes!
5. „Mich nervt dieses lineare, pessimistische Denken hier.“
Ich bin kein Pessmisst. Ich frage nur danach, woher die Probleme kommen, um sie dort lösen zu können, wo sie entstehen und nicht wo sie hinführen, um dann an Ihnen rumzuschrauben!
Martin, ich entnehme deinen Aussagen, dass du lieber ein Schrauber bist, anstatt die Ursache von Problemen aufzuspüren und dort Lösungen zu finden!
6. „So ist es nun wieder. Die meisten können sich nicht vorstellen, dass es so etwas wie Freie Energie etc. geben könnte. „
Ich kann und freue mich drauf, aber bitte wie wird sie eingesetzt werden? Was sagt denn dann Eon, Shell und Co dazu? Werden die deine freie Energie für gut heissen? Du stellst doch ihre Selbstlegitimation damit in Frage. Wie wirst du mit Ihnen diskutieren?
7.“Also Leuzz, das Leben ist schön. Kopf hoch. „
In der Tat das Leben ist sehr schön, nur wo drückt der Schuh:)?
An M.E. 25. November 2009 15:56
1.“Und von diesen viel zu wenig Studenten studieren auch noch viel zu viele das Falsche. (falsch im Sinne von nicht bedarfsgerecht!)Deshalb gibt es eben Currywurstverkaufende Germanisten, Philosophen usw.“
Deine Aussage ist richtig! Meine Kritik geht in die Richtung DER gesellschaftlichen Umstände, die deine Aussage als richtige gültig machen!
Übrigens ich kenn auch taxifahrende Biologen und Pysiker:).
Grüße zurück
Tourist
PS: Es sind bestimmt schon wieder neue Antworten gekommen...
Deshalb werden es auch Inder oder Chinesen sein, weil die schon seit Jahrtausenden Denkkonzepte haben, die auf Chi oder Prana basieren.
Genau, nicht vergessen von wem die haben.
Schön zu lesen, dass es noch lebensbejahende Mitleser und Mistreiter unter uns gibt, trotz der vielen Probleme der globalen Menscheit...
Und nicht zu vergessen:
Es gibt sogar welche, die sich um die Probleme der anderen kümmern und versuchen Lösungen zur Selbsthilfe zu finden.
Dies im weitesten Sinne.
schönen Abend noch
Thomas
von wem die haben
-
von wem sie diese Konzepten haben.
Ups ... hatte den link vergessen,sorry:
Artikel in der Berliner Umschau:
US-Zahlen: Wunderliche Unerklärbarkeiten.
Produktion steigt ohne Stellenzuwachs.
Geschrieben von Karl Weiss,
der führt im Text den Querschuß blog an.
http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=24112009ArtikelWirtschaftWeiss1
mzk
Hallo Leute,
@Tourist: Das ist wirklich mal eine erfrischende Diskussion, die du hier angestoßen hast. Danke dafür!
"Es stimmt das Naturwissenschaftler nützliches manchmal herstellen."
'Manchmal' ist ganz schön optimistisch! Was erforschen denn unsere Naturwissenschaftler, was nicht gleichzeitig mehr oder weniger der Natur und dem Menschen schadet? Mir fällt da immer ziemlich wenig ein...
"Es steht nicht die weltverbessernde Erkenntnis in der Kritik, sondern die politischen und ökonomischen Bedingungen, die die Anwendung einer banhbrechenden Erkenntnis organisieren. Und das ist eine Frage der gesellschaftlichen Strukturen und nix anderes!"
Gut, du hast die Erkenntnis mit "weltverbessernd" eingeschränkt, aber was wolltest du damit sagen? Denn die Erkenntnis wie sie in den Universitäten gelehrt und in den dafür zuständigen Institutionen angewendet wird, hat mehr mit einem Dogma als mit irgendetwas anderem zu tun. Vom Beginn des Studiums an wird der naturwissenschaftliche Student indoktriniert an die Überlegenheit des Status Quo zu glauben. Die methodologischen Regeln gebieten ihm Alternativen ausschließen und sich auf die Verteidigung des herrschenden Dogmas zu konzentrieren. Da kann es auch ruhig 100% Naturwissenschaftler geben und es werden trotzdem nur neue Instrumente zur Vergewaltigung von Mensch und Natur erfunden, um dieses degenerierte System am Laufen zu halten. Aber wenigstens hören wir dann auch endlich mal einen Furz auf dem Mars!
@Martin: China ist definitiv wissenschaftlich ein klein bisschen toleranter als der Westen. Statt einer Weltanschauung koexistieren dort vllt 1 1/2. Trotzdem stehen die gleichen Interessen und strukturellen Mängel der Erkenntnis entgegen.
Grüße
Sebastian
"Was erforschen denn unsere Naturwissenschaftler, was nicht gleichzeitig mehr oder weniger der Natur und dem Menschen schadet? Mir fällt da immer ziemlich wenig ein..."
Wir reden aneinander vorbei.
Ich habe ja deshalb genau genannt, welcher Techniker und Naturwissenschaftler ich meine:
solche, die sich mit den Themen Energie- und Materialeffizienz beschäftigen, mit ressorurcenschonenden Fertigungsmethoden, mit neuen Werkstoffen zu Substitution besonders knapper Rohstoffe (wo das möglich ist), mit Aspekten der Kreislaufwirtschft und besserer Recyclingmethoden, mit erneuerbaren Energien, mit Produkten für längere Nutzungs- und Produktzyklen usw.
Das wäre die Gebiete, auf denen wir dringendst auf mehr und besser ausgebildete Fachleute angewiesen wären.
@M.E.
Ich glaube so weit auseinander liegen wir gar nicht. Meine Kritik bezieht sich ebenfalls auf die Herrn Techniker deiner umwälzenden Phantasien, die ich grds nicht so verkehrt finde. Methodisch, ökonomisch und politisch strukturelle Mängel stehen aber einer SINNVOLLEN/NÜTZLICHEN Veränderung des Status Quo entgegen.
Mit einem Heer von Technikern bekommen wir vllt noch ein paar mehr Ökosystem zerstörende Drei-Schluchten-Dämme, Wälder von künstlichen Bäumen oder Windparks mit entsprechendem Rohstoffverbrauch und nicht absehbaren Folgen für die Natur, Elektrosmog austrahlenden Strommasten, gesundheitsschädlichen wasweißich-Kraftwerken, High-Tech Kampfroboter oder Systeme zur Auslöschung und Überwachung von Menschen, aber NICHTS, was wirklich dem Menschen und der Natur hilft! Es würde der Logik dieser gewaltätigen Herrschafts- und Verwertungsmaschine entgegenstehen!
Gruß
Sebastian
Nachtrag
Nicht umsonst leben Naturvölker im Einklang mit der Natur und wir eben nicht.
Sebastian
Was die Naturwissenschaftler so tun?
Das elegante Universum: Superstrings, verborgene Dimensionen und die Suche nach der Weltformel
Verborgene Universen. Eine Reise in den extradimensionalen Raum
Die Entdeckung des Chaos: Eine Reise durch die Chaos-Theorie
Der kosmische Volltreffer: Warum wir hier sind und das Universum wie für uns geschaffen ist
Faszination Bionik: Die Intelligenz der Schöpfung. Das Buch ist Grundlage zu "Die große Show der Naturwunder"
und vieles mehr.
Viel Spaß beim Lesen.
Dubai kann Kredite nicht bedienen:
http://news.google.de/news/story?um=1&cf=all&ned=de&cf=all&ncl=dEAEQv8MmvZF-iMrTgQgS97qAc6RM
ist das ein Nachbeben oder ein Vorbeben?
Ich tippe auf letzteres.
gruss
Pertuberanz
Du tippst eindeutig auf das Richtige, Pertuberanz.
2010 wird ein richtig spannendes Jahr.
@M.E und Sebastian
Die ganz große Frage, die mich beschäftigt: Beherrschen uns finstere Mächte, von denen wir bestenfalls dunkel etwas ahnen und für die wir nicht viel mehr sind als für uns die Hühner in der Legebatterie? Die ganzen Illuminati-, 09/11- und Finanzverschörungstheorien deuten in diese Richtung. Sie scheinen direkt aus dem kollektiven Unterbewusstsein zu kommen.
Oder haben wir einen freien Willen und ist Liebe die Grundschwingung dieses Planeten? Dafür sprechend die vielen Heiligen, die es durch die Jahrhunderte hindurch gegeben hat. Für beide Vermutungen gibt es vielfältige Indizien.
Hier im Forum scheinen die Hühnerfarm-Theoretiker allerdings eindeutig die Oberhand zu haben. Vielleicht haben sie ja recht.
Grüße
Martin
Hallo Martin,
weder bin ich ein VT-Anhänger, noch sehe ich irgendwelche auf Liebe gegründeten Grundschwingungen des Planeten, noch erschließt sich mir die Bedeutung des Wortes Hühnerfarm-Theoretiker.
Was für eine Ironie das gerade ein (Ex) Ölförder Land als erstes den Reigen des Staatsbankrottes beginnt.
Hallo Russe,
ich kann verstehen, dass diese physikalischen Theorien mit ihrem mathematischen Formalismus Eindruck auf einen machen und man kann auch weiterhin daran glauben. Kein Problem! Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Wissenschaftsgläubigkeit für die Naturwissenschaften sehr ausgeprägt ist, was aber meiner Meinung nach ein falsches Bild vermittelt. Auch von der Wissenschaftspraxis herrscht hier paradoxerweise eine nahezu naive Vorstellung, obwohl man durch Steffen und andere Kommentatoren eigtl wissen müsste, dass Tatsachen und Theorien ziemlich relativ sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Ich kann mir jetzt natürlich Sekundär- oder Lehrbuchliteratur angucken. Die Schwierigkeiten, denen diese Theorien ausgesetzt sind, finde ich dort aber nicht. Jede Theorie ist jedoch umgeben von einem MEER an Anomalien! Sie SCHEINEN so unglaublich exakt, dass uns nur noch eine kleine Weltformel fehlt bis man endlich alles weiß. Wenn man jedoch die Anamolien einer Theorie mal etwas genauer unter die Lupe nimmt, dann ist die Ernüchterung ziemlich groß. :)
Vergleich: Der Hexenmythos war zu seiner Zeit ein Monstrum an rationaler Eleganz, empirisch bestens bestätigt und hatte für jedes kleinste Ereignis eine exakte Erklärung. Es war unvernünftig, geradezu irrational etwas anderes zu denken. Hat doch irgendwie verblüffende Ähnlichkeiten mit den heutigen physikalischen Theorien oder nicht?
Glaube, Wahrnehmung, Kunst, Weltanschauung, Sprache usw. determinieren in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit die Art und Weise wie Menschen denken und handeln - gestern wie heute.
Meine Kritik war aber eine andere: Bringen die wissenschaftlichen Träumerein dem Menschen und der Natur etwas? Dazu reicht ein Blick in unsere Gesellschaft. Ich hatte begründet warum ich da sehr skeptisch bin.
Viel Spaß beim Hinterfragen.
@Martin: Hühnerfarm, hm... Weiß auch nicht ganz wovon du sprichst. Autarkie?
Verschwörungen = möglich, Lebensenergie = möglich. Die Anhänger haben ganz schön viele Argumente. Ich will das nicht beurteilen.
Gruß
Sebastian
Oje,
bei den deterministisch-konvexasthmatisch-kontramedusich-methodologischen Wahrnehmungs-Glaubens-Theoriediskussionen wird mir erst auf erschreckende Weise klar, welch schlichter Geist mir innewohnt.
@M.E.
Ich fühle mich von einigen Statements hier auch überfordert, obwohl ich in der Forschung (Biochemie) tätig bin und mich auch hobbymäßig mit Naturwissenschaft beschäftige. Einige Poster hier scheinen Erkenntnisse zu haben, die nobelpreisverdächtig sind. Aber irgendwelche bösen Mächte verhindern die Publikation.;-)
Wir werden also in Zukunft Philosophien und neue sozialtheoretische Erfindungen nach China exportieren (die Warten sicher auf die Weisheit des Westens), um uns mit den Erträgen die essentiellen Rohstoffe kaufen zu können.;-)
tach,
schon merkwürdig, welchen Verlauf die Diskussion genommen hat! ich hatte überlegt konkret zu antworten, aber da kriegt man ja keinen Faden mehr rein.
Das Palaver macht allmählich den Einruck als müssten hier nur noch eigene Standpunkte und Positionen verhärtet und verletzte NaturwissenschaftlerEgos verteidigt werden.
Vor allem der letzte Post ist schon ein merkwürdiger allkritischer, selbstrelativierender, möchtegernrealistischer, pseudozynischer und selbstgefälliger Mundtotmacher, also eigentlich überflüssig. Da er von vorneherein jede Diskussion abwürgt! Na hauptsache dein Ego hat gesprochen! Und selbstverständlich wird deine Biochemie zum Wachstum beitragen!!! Quizfrage: Wieso hat deine Biochemiebranche eigentlich die Finanzkrise nicht verhindert, Wachstum versprichst du dir ja von ihr, zumindest in der Zukunft!
An M.E. Multivariate Analyseverfahren bleiben übrigens die gleichen, egal ob sie in den Natur- oder Sozialwissenschaften (incl. Wirtchaftwissenschaften) benutzt werden. Deine Krasse Gegenünerstellung ist aus wissenschaftstheoretischer und methodologischer Sicht total überflüssig. Die SChnittmenge ist größer als du glaubst.
Vlt. kommen wir ja mal wieder zum eigentlichen Gegenstand, da wär ich auch gern wieder dabei!
Hallo anonym 21.13
die Diskussion befindet sich prinzipiell durchaus im vorgegebenen Themenbereich "Verwerfungen in der Beschäftigungsstruktur", ein Thema, dem man sich aus unterschiedlichen Richtungen nähern kann.
Meine These war ja: im Westen werden relativ zu wenige Techniker und Naturwissenschaftler ausgebildet.
Dabei geht es mir garnicht darum, das diese Techniker und Naturwissenschaftler mit immer raffinierteren technischen Möglichkeiten immer mehr Wachstum erzeugen sollten, sondern die Menschen darin unterstützen sollten, mit immer teurer Energie und immer teureren Rohstoffen maximal effizient umzugehen. Das ist das Zukunftsthema.
Natürlich benötigen wir auch in Zukunft Geisteswissenschaftler, Sprachwissenschaftler, Juristen, Ökonomen, Medienfachleute usw.
Aber gegenwärtig ist der naturwissenschaftlich-technische Bereich unterrepräsentiert.
Ich spiele also keinesfalls die Einen gegen die Anderen aus oder stelle sie als unversöhnliche Gegensätze gegenüber, sondern benennne nur einen Missstand.
Auch so können Verwerfungen in der Beschäftigungsstruktur aussehen, wenn einerseits unzählige diplomierte Journalisten in unbezahlte Praktika abgedrängt werden, Juristen mangels Alternativen immer mehr Kanzleien eröffnen, die betriebswirtschaftlich kaum überlebensfähig sind und Philosophen die mit Abstand am schlechtesten verdienenden Akademiker sind, während fähige Feinwerktechniker, Ingenieure für Energie- und Gebäuetechnik, Werkstoffingenieure oder Chemiker vielerorts händeringend gesucht werden.
@18:57
Will Anonym mit dem Hinweis darauf, dass er Biochemiker und ein Mann der Tat ist, andeuten, dass sein ironisch abfälliges Urteil keine Begründung bedarf?
Die Gedanken, die ich hier formuliere, sind keinesfalls meine eigenen, geschweige denn nobelpreisverdächtig... Ich bin nur ein kleiner Wicht, der durch Praxiserfahrung, Autodidaktik und durch die Hinterfragung meiner Ausbildung in der Universität auf schon existierende Kritik von Erkenntnistheoretikern gestoßen bin. Im Labor lernt man so etwas nicht und kritische Veranstaltungen sind auch leider keine Pflicht, wenn sie denn überhaupt angeboten werden.
Man lernt in der Uni mit seinen Instrumenten/Werkzeugen umzugehen, um damit anschließend Geld zu verdienen und um Produkte herzustellen, die man verwerten kann. Die Hinterfragung der Wissenschaften schafft keinen Wert und macht nur Ärger und steht somit auf den Strichlisten ganz oben.
Gruß
Sebastian
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